Keyless-System und Sicherheit

Gleich reihenweise knackte der «Kassensturz» am letzten Dienstagabend Autos mit Keyless-System. Die Versicherer stellen keine Häufung von Diebstählen fest.

Es ist ein Bild, das einem jeden Automobilisten einen Schauer den Rücken hinunter jagt: Mit einem simplen Funkstrecken-Verlängerer und dem passenden Empfänger (Preis der Geräte: rund 100 Franken) knackten zwei Redaktoren der TV-Sendung «Kassensturz» auf einem Parkplatz beim Verkehrshaus in Luzern reihenweise Autos, die mit der Keyless-Funktion ausgestattet sind.

Insgesamt testeten der Touring Club der Schweiz und der ADAC bei 100 Automodellen, ob und wie einfach man die Keyless-Funktion zum Knacken des Fahrzeuges nutzen kann. Das Resultat: Alle Autoschlösser liessen sich problemlos öffnen.

Die Sicherheitslücke ist seit längerem bekannt und könnte auch die Versicherer vor Probleme stellen. Der TCS befürchtet insbesondere, dass Autobesitzer in Verdacht geraten könnten, einen Diebstahl nur vorgetäuscht zu haben. Schliesslich sind ja keine Einbruchspuren am Fahrzeug sichtbar.

«Kein einziger Fall bekannt»

Der «Tages-Anzeiger» hat verschiedene Versicherer zu Keyless-Systemen befragt. Diese beruhigen: Obwohl mit überschaubarem technischen Aufwand durchzuführen, sei keine Häufung von Fahrzeug-Diebstählen auszumachen. So ist beispielsweise «der Mobiliar kein einziger Fall bekannt, bei dem die Sicherheitslücke des Schliesssystems eine entscheidende Rolle gespielt hätte». Die Allianz geht immerhin von einer steigenden Anzahl von Diebstählen aus und «bleibt aufmerksam».

Beruhigen können die Versicherer allfällige verunsicherte Autobesitzer. Sie müssen nicht fürchten, grundlos des Versicherungsbetruges verdächtigt zu werden. Jeder Fahrzeugdiebstahl werde individuell betrachtet, schreibt die Allianz Suisse. Und: «Die Kunden werden nicht unter Pauschalverdacht gestellt.»

Burgener: «Die Branche arbeitet daran»

Im Interview mit Kassensturz-Moderatorin Kathrin Winzenried verwies Andreas Burgener, Direktor von auto schweiz, auf den Wettlauf der Technik: «Man versucht einerseits, immer sicherere Systeme zu entwickeln. Auf der anderen Seite gibt es Leute mit grosser krimineller Energie, die versuchen, diese Systeme zu überlisten.» Das sei nicht nur bei Autos so, sondern auch bei Häusern, Banken, Rechnern und Handys. Aber, so Burgener, «die Branche arbeitet daran, tagtäglich».

(Quelle: agvs-upsa.ch)