Peugeot kauft Opel

Der Verkauf von Opel an den französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroën ist perfekt: PSA zahlt an das bisherige US-Mutterunternehmen General Motors (GM) 1,3 Milliarden Euro für sein defizitäres Europageschäft aus Opel und Vauxhall, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten.

Zusammen mit der französischen Bank BNP Paribas übernimmt PSA zudem für weitere 900 Millionen Euro die europäischen Geschäfte von GM Financial. «Wir schätzen die Leistungen der hochqualifizierten Mitarbeiter von Opel/Vauxhall, die starken Marken des Unternehmens und ihre lange Tradition», erklärte PSA-Vorstandschef Carlos Tavares. PSA habe vor, auf den Markenidentitäten von PSA und Opel/Vauxhall aufzubauen.

Durch den Kauf von Opel und Vauxhall werde PSA zum zweitgrössten Automobilhersteller in Europa mit einem Marktanteil von 17 Prozent, hiess es in der Erklärung. Am Firmensitz von Opel in Rüsselsheim ist am Montag eine Betriebsversammlung geplant.

Stärkere Position

«Wir sind überzeugt, dass dieses neue Kapitel Opel und Vauxhall langfristig in eine noch stärkere Position bringen wird», erklärte die GM-Vorstandsvorsitzende Mary T. Barra in der gemeinsamen Erklärung mit PSA. Vor drei Woche wurde bekannt, dass die Franzosen und GM über einen Eigentümerwechsel für das defizitäre GM-Europageschäft mit den Marken Opel und Vauxhall verhandeln.

In Deutschland waren daraufhin Sorgen um die Jobs der rund 18’250 Opel-Mitarbeiter laut geworden. PSA respektiere «die Verpflichtungen, die GM gegenüber den Mitarbeitern von Opel/Vauxhall eingegangen ist», sagte Tavares. Bis 2020 sollen Opel und Vauxhall den Plänen zufolge wieder schwarze Zahlen schreiben.

Über 15 Milliarden Verlust

GM hatte im vergangenen Jahr mit seiner Europasparte erneut ein Minus von 257 Millionen Dollar eingefahren. Seit dem Jahr 2000 hat GM in Europa mehr als 15 Milliarden Dollar Verlust gemacht.

«Die Transaktion umfasst das gesamte Geschäftsfeld Automobil von Opel/Vauxhall», hiess es in der Erklärung. Dazu gehörten die Marken Opel und Vauxhall, sechs Montage- und fünf Produktionsanlagen für Systemkomponenten, ein Entwicklungszentrum (Rüsselsheim) und etwa 40’000 Mitarbeiterinnen und Mitabeiter. GM werde das Entwicklungszentrum im italienischen Turin behalten.

Für GM bedeute der Verkauf seiner Europasparte «einen weiteren wichtigen Schritt in unserer laufenden Arbeit, die unsere verbesserte Leistung vorantreibt, und unsere Dynamik verstärkt», erklärte Barra. Der Konzern wolle auf «disziplinierte Kapitalallokation bei unseren rentableren Investitionen in unserem Automobil-Kerngeschäft» setzen.

(Quelle: Blick.ch)